Behältertragwagen

Dieser Artikel erschien in der MIBA 10/1996. Spätere Aktualisierungen, z.B. wegen neuer Modelle, sind rot gekennzeichnet. Letzter Nachtrag: 7.1.2010.

Behältertragwagen gehörten durchaus zu den häufigeren Güterwagenbauarten, und vor allem waren sie naturgemäß nebenbahnrelevant, denn auf kleinen Stationen gibt es halt eher schon mal kleinere Portionen anzuliefern.

Leider war hier bis vor kurzen ziemliche Ebbe im Modellbahnladen, denn das einzige lieferbare Modell war ein zwar maßstäbliches, aber recht grobes, uraltes Modell von TRIX (von 1959!), das früher mit Behältern im Katalog stand; ab 1982 wurde der Wagen leer und dazu in einer getrennten Packung eine ganze Auswahl verschiedener Behälter angeboten.

Ein weiterer Oldie war ein MÄRKLIN-Modell von 1961, das es auch als Bausatz gab; er trug private Chemiebehälter, in die oben eine Metallklammer eingelassen war, so dass sie mit dem Magnetkran abgenommen werden konnten. Auch von KLEINBAHN gab es einmal ein Modell, das ebenfalls eher in die Spielzeugkategorie gehört, aber interessante Behälter trug.

Bewegung kam in die Szene zunächst auf der Behälterseite, denn WEINERT bot - als Ladegut für die Straßen­fahrzeuge - Bausätze zweier Behälter in exzellenter Ausführung an, und man hatte schon gehofft - vergeblich -, dass dem Straßen- auch ein Schienenfahrzeug folgen würde; es erschien jedoch ein weiterer sehr interessanter Behälter für losen Zement. In den letzten beiden Jahren zogen die Modellbahnhersteller nach: erst FLEISCHMANN mit dem BTms33, dann ROCO mit einem BTs50.

Beim Vorbild kamen die Behälter so richtig erst nach dem zweiten Weltkrieg in Mode, auch wenn es vorher schon verschiedene Versuche gegeben hatte, man denke an die bekannten Bolle-Milchtanks. Zum Transport wurden zunächst G-Wagen der Verbandsbauart herangezogen, deren Aufbauten altersschwach geworden waren; man versah die Untergestelle mit Laufschienen und Ösen für die Sicherung, fertig waren die neuen BT. Für sie wurde zunächst der Gattungsbezirk "Offenburg" geschaffen, die Bundesbahn führte sie dann als BT10. Später kamen auch geschweißte Fahrgestelle der Kriegsgüterwagen an die Reihe, so entstanden die späteren BT(s)30, die es ob ihres unter­schiedlichen Ursprungs mit verschiedenen Radständen und Sprengwerken gab. Noch einfacher machte man es sich mit einigen Rmms31: Man schweißte die Laufschienen zwischen die Bodenplanken, klappte die Seitenwände herunter oder entfernte sie, fertig war der BTms33. (Die Idee war, die Wagen je nach Bedarf sowohl als BT als auch als R einzusetzen, was sich allerdings nicht bewährte.) So war es vom Modell des Rmms31 von FLEISCHMANN nur ein kleiner Schritt zum Modell des BTms33 aus dem gleichen Hause, der den alten unmaßstäblichen BTmms55 im Programm des Hauses ergänzt. Angeboten wird er mit zwei Arten von Behältern, zum einen mit dem offenen Schüttgutbehälter Eokrt. Das ist insofern etwas ärgerlich, als es gerade den nun schon von WEINERT gibt, fürs gleiche Geld hätte man aus der Vielzahl der Vorbildtypen auch etwas anderes wählen können, z.B. einen mit senkrechten Wänden, die schon mit dem BTmms55 kamen! Der andere Behälter ist ein vorbildgemäßer Biertank Ddikr mit Werbeaufschrift, zwar trägt der Güterwagen unter diesen Behältern keinerlei Beschriftung, aber es natürlich denkbar, dass auch nicht alle BTms33 des Vorbildes auf den Innenflächen der Seitenwände beschriftet waren (die BTms33 behielten übrigens ihre mit 4 beginnenden Wagennummern eines R-Wagens, während die Nummern der "echten" BT-Wagen mit 0 begannen). Eine weitere Variante, die FLEISCHMANN mit ver­hält­nis­mäßig geringem Aufwand herstellen könnte, wäre ein BTms33 ganz ohne Seitenwände.

ROCO folgte nach und nahm sich des BTmms51 an, zunächst für die Epoche 4b als Laabkkmms588, dann auch als BTs50 für die Epoche 3. Der BTs50 war eine Neuentwicklung der Bundesbahn mit modernem Laufwerk. Aus tariflichen Gründen spannte man später zwei dieser Wagen dauerhaft zusammen und schuf so den sechsständigen BTmms51, nur diese Ausführung erreichte noch in einigen Exemplaren die 80er Jahre. ROCO liefert mit seinen Wagen einen kugelförmigen Behälter für feines Schüttgut und Druckluftentladung (Ddzkr), für die Epoche-3-Ausgabe sind Efkr angekündigt.

Das Modell des Laabkkmms588 von ROCO hat allerdings keine Handbremse, nach den Unterlagen von 1967 gab es so etwas nicht: Die Paare bestanden aus mindestens einem, wenn nicht zwei handgebremsten Wagen. Dass ROCO nicht teure Formen für zwei verschiedene Wagen herstellen wollte, leuchtet ein, aber dann wäre der handgebremste Wagen die bessere Wahl gewesen. Allerdings: Bei der vor kurzem ausgelieferten Packung mit zwei BTms50 - die mit den Nudelbehältern - hat ein Wagen einen Bremserstand. So dass auch einem korrekten Epoche-III-BTmms51 nichts mehr im Wege steht, denn dies ist die einzige Ausführung, die ROCO noch nicht in H0 anbietet (wohl aber in N). Das wurde m.W. erst 2002 - 6 Jahre später - mit der Best.-Nr. 46997 nachgeholt.

Einen zum BTs50 passenden UIC-Einheitsbremserstand kann man aber auch bei Weinert dazukaufen, und die Montage ist nicht allzu problematisch (siehe Anleitung). Ansonsten stellt das Modell eine recht gelungene Konstruktion dar: Es besteht aus Zinkdruckguss, so konnte man den offenen Rahmen nachbilden und erhält trotzdem ein stabiles und ausreichend schweres Fahrzeug. Die Bremsanlage aus Kunststoff ist eingesteckt. Übergangsstege und Rangierergriffe liegen bei und müssen ebenfalls nur noch eingesteckt werden. Ferner gehört zu jeder Packung eine Kupplungsdeichsel, der die beiden Partner eines Paares fest miteinander verbindet.

Der Dritte im Bunde ist MÄRKLIN, der 1994 den fünfständigen Lbs/Lgbjs598 als Neuheit angündigt. Das Vorbild erschien 1966 auf den Gleisen, ist also nicht mehr so recht etwas für die Epoche 3. Der Wagen konnte statt der pa-Behälter auch einen großen oder zwei kleine Container transportieren und war damit der Prototyp der späteren Containertragwagen. Der mitgelieferte Behälter ist wiederum einer, der schon von WEINERT zu haben ist. Da haben wir MÄRKLIN schwer unrecht getan! Der MÄRKLIN-Behälter, der dann auch bei TRIX auf dem BT10 zu haben war, ist eine maßstäbliche Nachbildung des Ekrt232 von 1965. Der WEINERT-Ekrt entspricht dem Ekrt231, ist aber deutlich zu hoch, denn er bildet eine Vorbildhöhe von 2600 mm nach, die Vorbilder aber waren alle nur 2400 mm hoch... Schade! Zur Messe 1995 wurde derselbe Wagen mit "Kesselcontainern" angekündigt, es sind aber Ddikr624 (Bierbehälter). Hatten die nicht schon ein, zwei Hersteller im Programm?

Tabelle BT-Wagen-Modelle
VorbildModell
Epoche 3SUrsprungEpoche 4aEpoche 4bHerstellerBest.-Nr.
BT103aus G10Lb576TRIX
MÄRKLIN
23941
48942 ff.
BT303aus Omm34Lb577LILIPUTL221501
BT303aus Gms30Lb577
BT303aus Gms31Lb577
BT(h)s303aus Gms35Lb577
BTms333aus Rmms31Lbs583FLEISCHMANN5228/9
BTs503NeubauLbs578Lbkkmms578ROCO46521 ff.
BTmms5162 x BTs50Laabs588Laabkkmms588ROCO46997
BTms554NeubauLbs584Lbms584KRÜGER63076
82 x BTms55Laabs585
BTbs563FährbootLbs579Lbfkkms579
BTmms585NeubauLbs589Lbms589
BTmms595ContainerLbs591Lbs591
BTmms5985ContainerLbgjs598Lbgjs598MÄRKLIN4767
BT913Umbau DRLb [4010]PIKO54420
BTw915Neubau DRLbs [4056]PIKO54425

Behältertausch

Nun ist natürlich der erste Gedanke, die schönen, wenn auch teuren WEINERT-Behälter auch auf der Schiene spazieren fahren zu können, umgekehrt die FLEISCHMANN- und ROCO-Behälter auf die liefer­baren Straßen­fahr­zeuge von WEINERT und BREKINA um­setzen zu kön­nen. Betrach­ten wir zuerst den FLEISCH­MANN-Wagen: Er hat zwei fest am Wagen ange­spritzte federnde Kunst­stoff­haken, die die Behälter halten, weswegen der offene Behälter auch eine angedeutete Ladung hat, unter der er wiede­rum nach unten offen ist; im Inneren liegen die ent­sprechenden Ösen. Dies verbietet prak­tisch den Einsatz fremder Behäl­ter, so dass man den Wagen besser umbaut, d.h. die Klammern glatt ab­schnei­det. Ansonsten fällt der FLEISCH­MANN-Eokrt kaum gegen­über dem WEINERT-Modell ab, und wenn man ihm frei­stehende Griff­stangen verpasst, ist er durchaus gleichwertig. Lediglich die silberne Farbgebung passt nicht zu diesem Behältertyp, m.W. waren sie alle grau (RAL7032 kieselgrau).

ROCOs Behälter haben vier Zapfen von 1 mm Durchmesser an der Position der Lauf­räder, mit denen alle diese Behälter beim Vorbild ausgestattet waren, im Wagen findet sich die entsprechenden Löcher. Die Modellbehälter zeigen alle wichtigen Details, es stört nur die arg deutliche Quernaht (beim Vorbildbehälter verlaufen die Schweißnähte senkrecht). Merkwürdigerweise passen weder die FLEISCHMANN- noch die WEINERT-Behälter so richtig in die Laufschienen der ROCO-Wagen - die sind nämlich mit 17 mm einen winzigen Hauch zu schmal (Vorbildmaß 1500 mm = 17,25 mm in H0).

Es bleibt einem also nichts anderes übrig, als vorsichtig die Laufschienen der Wagen und/oder die Räder der Behälter so lange zu befeilen, bis sie schließlich anstandslos ineinander passen. Dann bohrt man ebenso vorsichtig in die Radimitationen der [Nicht-ROCO-]Behälter ein Loch, zunächst ein kleineres von 0,5 mm, das man dann eventuell auf 0,7 mm aufweitet, für 1-mm-Löcher ist das Material zu dünn. Mit eingeklebten kurzen Drahtstücken von 0,5 bzw. 0,7 mm Durchmesser kann man dann die fremden Behälter auf den ROCO-Fahrgestellen sichern. Die so umgerüsteten Behälter passen dann auch wieder auf den auf die FLEISCHMANN-BTmms33, wenn man dort die entsprechenden Löcher in der Ladefläche anbringt.

Beim Zementbehälter von WEINERT besteht der Rahmen mit den Laufrädern aus Messingguss. Darin Löcher kleinen Durchmessers zu bohren ist ein mühsames Unterfangen. Deshalb habe ich hier innen hinter die Räder Messing­drahtstücke von 0,4 mm Durchmesser gelötet.

Die alten TRIX-Behälter aus der Packung Nr. 6550 waren übrigens durchaus maßstäblich, feilt man die erhabene Beschriftung weg und bringt neue Griffstangen an, können sie sich neben neueren Produkten sehen lassen. Dort gibt es nämlich mit dem Efkr und dem Ekrt zwei Typen, die sonst (noch) nicht erhältlich sind. Neue Beschriftungen hierfür bietet Gaßner im Beschriftungssatz G335 an. Natürlich wäre auch hier der zentrale Haltezapfen durch vier Drahtstifte zu ersetzen.

Betriebliches

In aller Regel sind übrigens nur Behälter einer Bauart auf einem BT-Wagen zu finden. Eine gemischte Beladung ist zwar theoretisch denkbar, alle mir bekannten derartigen Aufnahmen sind aber Werbemaßnahmen der DB auf Ausstellungen oder in Kundenbroschüren. Außerdem sind die Behälter nicht nur auf einem Wagen, sondern meist in der ganzen Gruppe gleich ausgerichtet, das heißt, die Bedienelemente sind von einer Seite her zugänglich.

Ziel der BT-Wagen ist oft das Freiladegleis oder die Rampe, wo die Behälter entweder auf Straßenfahrzeuge umgesetzt und zum Empfänger gebracht oder an Ort und Stelle entladen werden. Sie können natürlich auch einem gedachten Empfänger am eigenen Gleisanschluss zugestellt werden - und das durchaus auch in großer Zahl, denn manche Kunden bevorzugen die Anlieferung in kleineren Portionen, zumal die Behälter im Gegensatz zu Güterwagen nicht sofort entladen werden müssen, sondern einfach getauscht werden. Die Deutsche Bundesbahn bot ihren Kunden die Verwendung der Behälter in der innerbetrieblichen Logistik sogar ausdrücklich an.

Wünschenswertes

Schön wäre es natürlich, wenn demnächst noch weitere Behälter angeboten würden. Den offenen Schüttgutbehälter Eokrt gab es beim Vorbild auch als Edkrt mit einer festen Abdeckung für Getreide, Zucker u.ä., dies als Modell anzubieten müsste WEINERT leicht fallen. Eine Alternative zum Eokrt, den es nun dreimal als Modell gibt, sind die offenen Behälter mit senkrechten Wänden Eoskrt und Eooskrt. Zwei extravagantere pa-Behälter wären der Säurekessel Dkr und der Kühlbehälter Dikr (dessen Nachbildung - noch mit erhabener Beschriftung - der KLEINBAHN-BT-Wagen trug). Da der Ekrt von WEINERT und MÄRKLIN beim Vorbild erst 1964 eingeführt wurde, würden die Epoche-3-Fahrer ein Modell der Bauart von 1958 begrüßen, die Bauart von 1950 gibt's in etwa schon von TRIX.

An BT-Modellen wäre nun auch kein Mangel mehr. Natürlich könnte man sich den vierständigen BTmm55 in maßstäblicher Ausführung wünschen, der sich für die Epoche 4 auch als Doppeleinheit anbieten ließe. Vor allem aber der BT10 wäre eine wichtige Ergänzung. Vielleicht ersetzt TRIX ja das Uraltmodell des BT50 durch eine Neuentwicklung! Denkbar wäre auch der Selbstbau eines BT30 auf einem Omm-Fahrgestell von LILIPUT.

Übrigens: Auch bei der DR gab es Behältertragwagen. Das Güterwagen-Handbuch von 1967 führt dreiständige und fünfständige Wagen auf, die als BT91 und BTm91 bezeichnet wurden. Beide Typen sind jedoch nicht baugleich mit irgendeiner westdeutschen Bauart.

Würde ich glauben, dass Artikel in Modellbahnzeitschriften Einfluss auf die Modellpolitik der Hersteller haben, dann wäre hier Anlass zum Größenwahn: Die meisten der hier im Oktober 1996 geäußerten Wünsche wurden wahr. TRIX ersetzte wirklich den alten BTs50 durch eine Neukonstruktion des BT10. PIKO nahm sich beider Behältertragwagen der DR an; die Behälter, die nicht abnehmbar sind, wirken etwas wuchtig, haben aber allenfalls leichtes Übermaß (der Eindruck mag entstehen, weil die Behälter relativ dicht beieinander stehen). Herz, was begehrst Du mehr?

Bei LILIPUT erschien ein privat eingestellter BT-Wagen auf dem Kriegsgüterwagen-Fahrgestell, also insoweit ein BT30, auch wenn die Ausführung nicht sehr überzeugend ist, der Wagen ist vierständig, das Vorbild war jedoch dreiständig, und statt der Laufschienen gibt es einen Bretterboden. Der Grund für diese Fehlkonstruktion liegt in der Verwendung alter Teile. LILIPUT hatte schon einmal Behältertragwagen im Programm und hat von denen die Behälter und den Wagenboden übernommen.

Modelle von pa-Behältern gibt es nunmehr auch reichlich, wie die Tabelle weiter unten zeigt, die in dieser Hinsicht noch nicht einmal vollständig ist. Z.B. fehlt der ROCO-Behälter von der Nr. 46522 ("Schwarzkopf") der mit dem Ekrt von 1950 nicht identisch ist und den ich in der Publikation von Wolff nur auf einer Abbildung gefunden habe. Was vermisst man noch im Modellangebot? Vielleicht der Eooskrt, den FLEISCHMANN auf dem alten, noch unmaßstäblichen BTmms55 herumfahren ließ, weil es den auch beim Vorbild heute noch gibt. Das gleiche gilt für die Eff(v)kr mit gegenüber den lieferbaren Efkr größeren Fassungsvermögen. Die meisten anderen Behälter, etwa die für Säure, Gas oder Kühlgüter, waren nur in geringen Stückzahlen vorhanden und auch relativ früh ausgemustert.

Ein Wunsch jedoch an alle Hersteller: Wie weiland TRIX die Behälter auch getrennt anbieten! Ein in der Wolle gefärbter Epoche-3-Fahrer würde doch gerne die Ekrt232 des TRIX-Modells durch die epoche­gerechten Ekrt211 von ROCO ersetzen! Auch möchte man Straßenfahrzeuge und Fabrikgelände mit den Behältern bestücken!

MÄRKLIN hat nach der TRIX-Übernahme den BT10 unter eigenem Namen mit einer erfreulichen Zahl neuer Behälter angeboten: Eoskrt, Efvkr und den Zementbehäter Dzkr, den es als Bausatz bei WEINERT gibt. Der Ddzkr von MÄRKLIN hat im Gegensatz zu dem von ROCO senkrechte Nähte!

Nachtrag Januar 2010: Bei KRÜGER habe ich einen "Leichtbausatz" für zwei BTmms55 entdeckt, einer mit und einer ohne Handbremse!
Nachtrag Januar 2012: Der BTmms55 wird also Modell von LILIPUT angekündigt. KRÜGER bietet nun den BTmms58 an.

Tabelle pa-Behälter
Die Bezeichnung "pa", die auf den Behältern auch angeschrieben war, ist eine Abkürzung des französischen "porteur ámenagé". Die Behälter wurden den Versendern unentgeltlich überlassen, und die DB bot auch Vereinbarungen an, die Großkunden die Benutzung der Behälter für die innerbetriebliche Logistik gestattete. Auf dem Höhepunkt der Entwicklung gab es über 50.000 dieser offiziell "Großbehälter" genannten Behältnisse. Das Aufkommen der international genormten Container in den 60er Jahren machte ihnen natürlich Konkurrenz, und die Zahl der nun "Mittelcontainer" genannten Behälter sinkt seither stetig. Die wichtigsten Behältertypen finden Sie in der nachfolgenden Tabelle.
VorbildModell
Die Buchstaben bedeuten:
  
DFassungsraum 3-6 m³
EFassungsraum > 6-16 m³
FFassungsraum 16 m³
  
aAufsetzwände bei Eos
bfür Bleche
dDruckbehälter
fgeschlossen, kreisförmiger
Querschnitt mit Einfüll-
und Auslaufklappen,
Fassungsraum bis 7,5 m³
ffgeschlossen, kreisförmiger Querschnitt mit Einfüll- und Auslaufklappen, Fassungsraum über 7,5 m³
hheizbar
iKühlbehälter
kmit Kranhaken
lfür lange Gegenstände
ooffen bis 7,6 m³
oooffen über 7,6 m³
rrollbar
smit senkrechten Wänden
tStirnwandtüren
üÜberseebehälter
vfür Lebensmittel
wmit Isoliereinsatz
zBodenentleerung
TypNr.VerwendungInhaltHerstellerBest.-Nr.
Ddkr671Säurekessel5000 l
Ddikr624Bier5000 lFLEISCHMANN5229
Ddr701Flüssiggas9 m³
Ddzkr551Fein- und Staubschüttgut5,8 m³MÄRKLIN
552Fein- und Staubschüttgut5,8 m³MÄRKLIN48942
553Fein- und Staubschüttgut5,8 m³ROCO46520
Dikr602Milch, Säfte5000 l
Ddi(h)kr641Heizöl6 m³
Dzkr501Zement2 x 2,3 m³MÄRKLIN48945
Ekrt (1950)211Kaufmannsgüter11 m³ROCO46524
Ekrt (1958)212Kaufmannsgüter12,1 m³
Ekrt (1964)231Kaufmannsgüter12 m³
Ekrt (1965)232Kaufmannsgüter12 m³TRIX23941
Ewkrt233Kaufmannsgüter, isoliert10 m³
Edkrt201diebstahlsgef. Schüttgüter7,6 m³
Efkr401nässeempf. Schüttgüter7,5 m³ROCO46529
Efvrk421nässeempf. Schüttgüter7,5 m³MÄRKLIN
Effkr451nässeempf. Schüttgüter10,5 m³
Effvkr483nässeempf. Schüttgüter10,5 m³
Elkr831Schnittholz
Eikrt623Kaufmannsgüter, gekühlt6 - 8,5 m³KLEINBAHN
Eokrt011Kohle, Koks, Sand, Kies6 - 8,5 m³FLEISCHMANN5228
Eooskrt052Kohle, Koks, Sand, Kies6 - 8,5 m³
Eoskrt022Kohle, Koks, Sand, Kies6 - 8,5 m³MÄRKLIN48943
Ferner waren gegebenenfalls angeschrieben:

P im RechteckPrivatbehälter
i im Rechteckinternational verwendungsfähig
i im Doppelrechteckwie i, jedoch außerdem plombierbar (Zollverschluss)

Die Bezeichnungen aus der Tabelle waren nicht immer vollständig angeschrieben. Es gibt zum Beispiel Fotos von Dhikr, auf denen nur Dkr steht.

Bei der Einführung der UIC-Beschriftung für Güterwagen blieben die Behälterbezeichnungen unberührt, sie gelten bis heute fort. F, b, l und w wurden wie die entsprechenden Behälter erst nach 1965 eingeführt, kommen also ohnedies nicht in der Epoche 3 vor. Allerdings wurden dreistellige Bauartnummern auch für pa-Behälter vergeben, die in ihrem Aufbau teilweise denen der Güterwagen entsprachen, z.B. beginnen die Bauartnummern der offenen Behälter mit 0, die der geschlossenen mit 2 oder 3, die der Privatbehälter mit 5. Einige Nummernbeispiele enthält die Tabelle, ohne vollständig zu sein. Ebenfalls nicht aufgeführt sind die Überseebehälter, die einzigen, die keine Rollen hatten, wegen der Standfestfestigkeit und der Lastverteilung auf See. Hierfür gab es Untersätze, die die Verladung per Bahn oder Lkw in üblicher Weise gestatteten. Vollständigere Informationen siehe: Gerd Wolff; EK-Güterwagen-Lexikon DB: Kombinierter Ladungsverkehr. Teil 1: pa-Behälterverkehr, pa-Behälter und Tragwagen. Freiburg 1996.

Eoskrt und Eooskrt erhielten 1989 nach Aufarbeitung und Verstärkung um 10 höhere Bauartnummern, also Eoskrt032 bzw. Eooskrt062.

Vorbildfotos Behältertragwagen
107019
Laabkkmms588 mit Eoskrt022
177402
Lbms589 mit Edzkr571
141537
Edzkr571
177405
Lbms589 mit Efkr401
177406
Schüttgutbehälter Efkr401
177407
Schüttgutbehälter Effvkr492/493
177409
Schüttgutbehälter Effvkr492/493
177335
Lbms598 mit Effvkr492/493
177422
Schüttgutbehälter Effkr451
131625
Eoskrt022
131633
Laabkkmms588 mit Eoskrt022
141536
Lbms589 mit Edzkrt571
139073
Lbms584 ex BTmms55
188822
Laabkkmms588 mit Dihkr641
175723
Lbms589 mit Eoskrt032
175722
Lbms589 mit Eoskrt032
139837
Lbms589 mit Eooskrt051
168714
Lbms589 mit Efkr401
168417
Lbms589 mit Edzkr572
168420
Edzkr572
170800
Logistikbox der DB
Modellfotos Behältertragwagen
L5870067
TRIX
L5850591
MÄRKLIN-Bausatz
L5840289
KLEINBAHN
LILIPUT_BT
LILIPUT neu
L1000234
LILIPUT alt
L5850509
TRIX mit Ekrt
L5850511
MÄRKLIN mit Eoskrt
L5850666
MÄRKLIN mit Ddzkr
L5850514
MÄRKLIN mit Dzkr
L5850510
MÄRKLIN mit
L5850585
ROCO 46522
L5850587
ROCO 46528
L5850588
ROCO 46529
L5850589
ROCO 47373
L5850575
ROCO BTmms51
L5850506
FLEISCHMANN
L5850562
FLEISCHMANN
L5850565
FLEISCHMANN
L5850648
PIKO BT91 der DR
L5850642
PIKO BT91 der DR
L9890384
Umbau ROCO
L1000808
Umbau ROCO
L9920518
Lbgjs598 MÄRKLIN
L9920478
MÄRKLIN
BTmms55 KRÜGER
L5870041
SNCB
L1001322
SBB
L9890247
ROCO (RÖWA)
L9890229
WEINERT
L5890061
BREKINA