Schwingbrücke (TBec5714)
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Schwingbrücke
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Noch so ein Faszinosum. In Norddeutschland sind bewegliche Brücken gar nicht so selten. Die flache Landschaft und die vielen Kanäle machen sie unverzichtbar.
Es gab meines Wissens lange nur ein lieferbares Modell, das von Walthers. Das allerdings ist ein ziemliches Trumm. Und diese Bauart war in Europa selten, es scheint
noch eine in Belgien zu geben. Und eine zum Aussichtsturm umgebaute in Frankreich: Pont basculant de la Seyne-sur-Mer.
Von der hierzulande üblichen Ausführung, der Wipp- oder Schwingbrücke
gab es offensichtlich mal ein Modell von POLA (Nr. 486), das auch bei FALLER noch eine Weile auf der Webseite zu finden war
(Nr. 120490), allerdings als nicht mehr lieferbar deklariert. Bei ebay ging das kürzlich (Dezember 2021) für über € 300 über den Tisch!
POLA hatte davon ein weiteres, einfacheres Modell im Programm (POLA "Quick" Nr. 619). Aber unter den FALLER-Neuheiten des Jahres 2024 findet sich unter der Nr. 120506
wieder ein Modell einer Schwingbrücke - auf ein Neues! Sieht aber sehr danach aus, dass es aus den früheren POLA-Formen gefertigt wird, also keine Neukonstruktion
darstellt. Interessant auch die Abbildung auf dem Karton: Da liegt das Gleis auf Schwellen und nicht wie tatsächlich auf den Brückenträgern.
Dafür ein Modul zu bauen konnte ich mir nicht verkneifen. Holz habe ich noch genug rumliegen; das, das ich hierfür verwendet habe, war von den Maßen her
wohl mal für ein Bahnhofsprojekt gedacht. Was heißt, dass es fast vierzig Jahre auf dem Buckel hat - damals war Limba noch Standard. Es ist naturgemäß
etwas verzogen, aber das lässt sich richten.
Beim Zusammesetzen der Brücke stellte sich heraus, dass der (klappbare) Mittelteil etwas verzogen war und niedergelassen nicht gerade auflag.
Für RP25-Räder wahrscheinlich kein Problem und schon gar nicht für NEM-Räder. Aber für H0fine? Also in den sauren Apfel gebissen, tief ins Portemonnaie
gegriffen und es nochmal probiert. Und da stellt sich auch die Ursache heraus: Der Hauptteil der Brücke kommt schon etwas verzogen aus der Schachtel! Man muss ihn also beim
Zusammenbau beschweren, damit er gerade wird.
Eine unerwartete Schwierigkeit: Die Endabschaltung bei der Öffnung der Brücke funktionierte ums Verrecken nicht. Schlussendlich war die Lösung, dass die
Anschlüsse für "oben" und "unten" getauscht werden müssen, entgegen den Angaben in der Bauanleitung. Und dass der Reed-Kontakt defekt war.
Und dann ging es ans Gießen des "Wassers" mit Epodex UltraClear. Zunächst ein Versuch mit 0,5 kg. Damit das Harz nicht herausläuft, habe ich
Silikonfolie mit Brettern und Schraubzwingen befestigt, die Silikonfolie ist elastisch und schließt den Kanal dicht ab. Die zweite Lage härtete nicht richtig aus, so dass eine dritte nötig wurde; nun ist der Wasserstand etwa höher als ursprünglich geplant.
Die Brücke wird an einer Seite hochgezogen, der Motor steckt unten im Steuerhaus. Dies Konzept hat Schwächen, der einseitige Zug hebt die Brücke auf der anderen Seite aus dem Lager. Da sie außerdem am Auflager etwas klemmt, ist schon mehrere Male die Schnur gerissen. Schließlich habe ich mir extra starke Angelschnur besorgt, die scheint es zu halten. Aber besser, man hilft händisch etwas nach beim Öffnen und Schließen. Und nun, wo sie funktioniert, stellt sich heraus, dass sie sich nach knapp 25 Sekunden ganz von selber wieder schließt, dafür sorgt die Steuerung.
Wie oben schon gesagt: Das Modell ist ein alter POLA-Bausatz, den FALLER ohne Änderungen neu herausgebracht hat, sehr hübsch, aber nicht wirklich zuverlässig funktionsfähig.
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Bauzustände POLA-FALLER-Brücke
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